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kunststoffverträglicher Abbeizer

#1 von Henri , 25.09.2007 23:11

Hallo,

ich habe seit einiger Zeit schon geplant, meine originalen Radkappen, von denen der Lack immer mehr abblättert, neu zu spritzen. Den übrigen Lack, der größtenteils aber noch sehr gut haftet, runter zu bekommen wäre aber eine unheimliche Schleifarbeit. Weil der Kunststoff darunter etwa genauso weich ist, könnte man auch nur mit relativ feinem Sandpapier rangehen.

Auf den Abbeizern, die ich bis jetzt in Baumärkten gesehen habe, stand immer drauf, dass die nicht auf Kunststoffteilen anzuwenden sind.

Mir ist schon mal in den Sinn gekommen, Bremsflüssigkeit, die ja selbst den originalen Autolack anlöst und so weit ich weiß für Kunststoffe nicht schädlich ist, dafür zu missbrauchen.

Weiß einer von euch, woher man einen Abbeizer bekommt, der auch für Kunstoffteile geeignet ist?
Hat schon mal einer die Variante mit der Bremsflüssigkeit gezielt ausprobiert?


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RE: kunststoffverträglicher Abbeizer

#2 von peppi , 25.09.2007 23:42

Ich hab noch einen zweiten Satz originaler Radkappen und werde die Bremsflüssigkeitsvariante testen. Da hab ich noch was ältere, die ich eh nirgendwo mehr reinkippen würde... mach ich am Wochenende

ich hab nämlich auch schon mal überlegt die aufzubereiten, wollte die weiß lackieren....


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RE: kunststoffverträglicher Abbeizer

#3 von Toni , 21.11.2007 21:01

Hi Jungs,
spült die Radkappen mit viel Wasser nach.Ecken müsst Ihr mit einer alten Zahnbürste gut reinigen. Denkt an Kunststoffgrundfarbe (Haftgrund) und
Weichmacher für den Acryllack,respektive den Klarlack.


Toni

RE: kunststoffverträglicher Abbeizer

#4 von Henri , 20.02.2008 01:47

Im Zuge meiner derzeitigen Rostbehandlungsaktion will ich den hinteren Kennzeichenhalter an meinem Prelude, der munter rostet, feuerverzinken lassen. Dafür muss natürlich jegliche Farbe runter. Aus dem Verstärkungsprofil ist die allerdings wahrscheinlich nur durch Abbeizen sinnvoll rauszubekommen. Bei der Gelegenheit hab' ich mal die Tauglichkeit von Bremsflüssigeit als Abbeizer an dem Teil getestet.

Den Kennzeichenhalter hatte ich vor ein paar Jahren als ich noch den Fehler gemacht habe, Lack aus Spraydosen zu verwenden, von einer Seite gespritzt. Darunter hatte ich damals an den frisch entrosteten Stellen handelsüblichen Metallgrund verwendet. Außerdem war auf der Innenseite einiges an Unterbodenschutz auf Kautschukbasis und der originale Wachs dran.

Beim ersten Einstreichen mit Bremsflüssigkeit wurde der Dosenlack sofort angelöst und wie durch Nitroverdünnung runtergewaschen. Da sah die Bremsflüssigkeit gleich milchig aus.

Nach 3 Tagen, wobei ich einmal täglich den Kennzeichenhalter satt mit der Bremsflüssigkeit eingestrichen habe, zeigte der Originallack zum Teil eine leicht rauhe Oberfläche. So richtig heftige Verwerfungen des Lackes wie man es von Acryllack kennt gab's nicht. Mein Metallgrund und der originale Wachs waren jetzt etwas weicher geworden und ließen sich ein bisschen leichter runterkratzen. Der Unterbodenschutz war völlig unverändert.

Die nächsten Tage hab' ich den Kennzeichenhalter wieder fast täglich mit der milchigen Bremsflüssigkeit satt eingestrichen. 8 Tage nach Beginn des kleinen Experiments hatte der Lack noch die gleiche leicht rauhe Oberfläche, ließ sich aber zusammen mit der originalen Grundierung und meinem Metallgrund zum Teil ganz gut runterschaben. Der Unterbodenschutz war immernoch unbeeindruckt.

In das hohle Verstärkungsprofil kommt man natürlich schlecht zum schaben rein. Dem Rest werde ich deswegen mit einem handelsüblichen Abbeizer zu Leibe rücken. Dem Blechteil schadet das Zeug schließlich nicht.



Was sagt uns das jetzt?

Mit Bremsflüssigkeit lässt sich nur mit viel Geduld der originale Autolack abbeizen. Weil die Farbreste lediglich weicher werden aber trotzdem mühsam abgeschabt werden müssen, ist das nur anwendbar, wenn man an die Lackflächen auch zum Kratzen rankommt, was bei den Radkappen aber zum Glück der Fall ist. Der Ölauffangschüssel aus Kunststoff, in der ich die Sauerei gemacht habe, hat die Bremsflüssigkeit nichts getan. Ob der Kunststoff der Radkappen das auch so sieht, weiß ich nicht.

... und was noch?

Wenn z.B. beim Bremsflüssigkeitswechsel mal was daneben geht braucht man nicht gleich rennen, um das Zeug unverzüglich von Lack oder Unterbodenschutz zu entfernen. Der Originallack und zumindest Unterbodenschutz auf Kautschukbasis würden das Zeug einige Tage aushalten und Spraydosen-Lack ist unmittelbar nach der Berührung mit Bremsflüssigkeit sowieso schon komplett zerstört.


 
Henri
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