Wir sind ein ernsthaftes Forum, daher legen wir viel Wert auf mit Zeit und Liebe verfasste Beiträge. Dank der hier gepflegten Umgangsformen erheben wir uns aus dem Allerlei der anderen Automobilforen und stellen damit, wie auch unsere Fahrzeuge, eine besondere Klasse dar.

Midship Amusement - mein Beat

#1 von krb , 24.05.2016 22:03

Meinen Beat habe ich hier im Forum noch gar nicht vorgestellt. Das wird aber jetzt Zeit, weil sich außer rumstehen heute was getan hat.

Meinen Honda Beat (PP1) erwarb ich 1996 direkt vom Importeur: Wolfgang Holthöfer ist der Eigentümer der Honda Vertretung in Neheim-Hüsten und importierte 1992 insgesamt sechs Honda Beat (PP1) auf eigene Rechnung, indem er nach Japan flog, bei einem befreundeten Honda Händler in Tokyo die Autos einkaufte und als „Handgepäck“ mit nach Deutschland brachte. Fünf davon verkaufte er an Kunden. Mein späterer blieb in seinem Eigentum und legte ausschließlich in den schöneren Monaten der folgenden Jahre rund 5.800 km zurück.

Selbstverständlich war der Import von Herrn Holthöfer ordentlich vorbereitet worden und so konnten die Kosten auf gleich sechs Wagen verteilt werden, als es darum ging, den deutschen TÜV zu passieren. Es gab im wesentlichen zwei zulassungstechnische Hindernisse:
• Eine fehlende Nebelschlußleuchte und
• das fällige Abgas-Gutachten.

Da beide Hürden bereits vor der Abreise nach Japan bekannt waren, konnte die fehlende Nebelschlußleuchte auf elegante Art und Weise einer, den TÜV zufriedenstellenden Problemlösung nahe gebracht werden. Statt eine häßliche, weil meist klobige Nebelschlußleuchte aus dem Zubehör-Handel irgendwo in das makellos rundliche Heck des Honda Beat (PP1) zu schrauben, orderte Herr Holthöfer für seine Autos einen von Honda angebotenen Heckflügel mit integrierter dritter Bremsleuchte. Zu Hause in Neheim-Hüsten, wurde diese Bremsleuchte abgeklemmt, ein grüner Schalter unter dem Armaturenbrett eingebaut und mit diesem wird nun bei schlechter Sicht die zur Nebelschlußleuchte umfunktionierte dritte Bremsleuchte im Heckflügel eingeschaltet. Diese Lösung akzeptierte der TÜV noch gerade so.

Beim Abgas-Gutachten kannten die strengen Herren vom TÜV dagegen kein Pardon: Es mußte ein solches her. Das Gutachten zu erstellen, ist technisch kein Problem, wenn ein Fahrzeug zur Verfügung steht. Es sind die Kosten. Damals wie heute ist es gleichgültig, ob nur ein Auto das Gutachten erhält, oder sechs oder sechs Millionen. Der Preis ist gleich heiß. Damals rund 6.000,00 Deutsche Mark. Wie nicht anders zu erwarten, bekam der Honda Beat (PP1) problemlos dieses Gutachten. Nur gut, daß die Kosten geteilt werden konnten.

Die diversen kostensteigernden Positionen bei diesem Importgeschäft ließen den Preis eines Honda Beat (PP1) von einem umgerechneten Honda-Abgabepreis von rund 17.000,00 DEM auf schließlich 36.000,00 DEM steigen. Ein stolzer Preis für ein zweisitziges Spaßmobil, dessen Kofferraum bösen Zungen nach der Größe des Hubraums entspricht. (Tatsächlich reicht der Platz für die Persenning und zwei Zahnbürsten. Aber was braucht man mehr?) Dafür darf ich nun in Tokyo wegen der Parkpauschale auf öffentlichen Straßen parken.

Herr Holthöfer war 1996 so unvorsichtig, einige besondere Fahrzeuge, die er in seiner Ausstellung präsentierte, im Btx-Gebrauchtwagen-Angebotsdienst von Honda zum Verkauf anzubieten. (Honda besaß damals noch keine deutsche Internet-Seite!) Als ich die Anzeige im Btx-Dienst las, war sein Angebot nicht das einzige: Es standen gleich drei Honda Beat (PP1) zum Verkauf! Das am nächsten gelegene Autohaus Holthöfer in Neheim-Hüsten suchte ich sofort am Sonntag auf und bewunderte das Fahrzeug im Schaufenster: Rot und schön und mit 30.000,00 DEM der teuerste der drei.

Glücklicherweise konnte ich im Rahmen einer Dienstreise einige Tage später einen Abstecher nach Wiesbaden unternehmen. Aber das damalige Wiesbadener Angebot entpuppte sich irgendwie als „Mogelpackung“. Der Händler hatte zwar eine vollkommen restaurierte Honda S 800 Cabriolet Karosserie im Laden stehen, aber keinen Honda Beat (PP1), denn der befand sich in Spanien, weil er dort als Urlaubs-Vehikel verwendet wurde. Ich hinterließ lediglich meine Telefonnummer und Adresse für den Fall, daß der Wagen doch noch einmal in Deutschland zu besichtigen sei. Viele Jahre später wurde ich tatsächlich angerufen und es wurde nachgefragt, ob ich noch Interesse an dem Honda Beat (PP1) hätte. Immerhin!

Der dritte im Bunde, ein gelber Honda Beat (PP1), wurde von mir kurze Zeit später in Limburg besichtigt, aber nicht gekauft, weil er mir in rot besser gefällt. In Limburg habe ich lieber meinen Kugel-Civic erworben.

Weder vor noch nach dem Kauf des Honda Beat (PP1) habe ich so lange reden müssen, bis mir ein Auto verkauft wurde. Dabei habe ich überhaupt nicht über den geforderten Preis verhandelt! Es ging schlicht um verkaufen oder nicht verkaufen. Ich bin heute davon überzeugt: Herr Holthöfer wollte (oder durfte) das Auto eigentlich gar nicht verkaufen. Das Preisschild an dem Cabriolet war lediglich ein Alibi.

Als ich mich mit meinem Ansinnen im Autohaus Holthöfer vorstellte, wurde ich gleich an Herrn Holthöfer persönlich weitergereicht. Langsam den Wagen umkreisend erkundete Herr Holthöfer durch geschickte Fragen mich und mein Interesse. Ein Minuspunkt: Ich bin kein Motorrad-Fahrer – er ein leidenschaftlicher. Deshalb mußte ich mir auch die Honda NR 750 (RC 40) ansehen und alles über deren technische Besonderheit, die ovalen Kolben, anhören. War das ein Ablenkungsmanöver? Das Auto wurde fast schon nebenbei besichtigt. Alles Öffnenbare wurde geöffnet. Ich durfte darin Platz nehmen, um zu sehen, ob ich überhaupt ein- und aussteigen könne. Die Armaturen wurden erläutert und dabei bemerkt, daß sie zu einem großen Teil aus dem Motorrad-Konstruktionsregal genommen worden waren. Es wurde begründet, warum ein Autoradio fehlt, denn es würde das von der Honda Goldwing passen, aber nur das japanische und dessen Frequenzband deckt zwar den deutschen Polizeifunk ab, jedoch nur wenige UKW-Sender.

Das Reden war wichtiger als die Technik. Es schien mir, als müsse Herr Holthöfer Vertrauen zu mir gewinnen. Vertrauen, ein echter Honda-Fan zu sein, der den Wert seines Honda Beat (PP1) zu schätzen weiß. Er berichtete über die Geschichte des Kaufs der sechs Fahrzeuge, die Umbauten und erzählte Anekdoten. Ich berichtete über die Geschichte, wie ich Honda-Fan wurde, meine bisherige Sammlung und erzählte, daß ich in Limburg lieber den Kugel-Civic kaufte als den gelben Honda Beat (PP1).

Eine der Anekdoten mit dem Honda Beat (PP1) handelte von der Rückfahrt von einem Theaterbesuch des Ehepaars Holthöfer. In den Pausen des Theaterstücks hatte Herr Holthöfer sich einige Gläser Sekt geleistet und daher war es an seiner Ehefrau, zurück zu fahren. Es kam, wie es kommen mußte: Sie gerieten in eine Routine-Kontrolle der Polizei. Der Polizist ging auf Herr Holthöfer zu, roch aufgrund des geöffneten Daches sofort den Alkohol und forderte ihn daher auf, „ins Röhrchen zu pusten“. Gesagt, getan – und klar: Das Röhrchen färbte sich grünlich. Bevor jedoch die Freude des Polizisten über den vermeintlichen Fang ins Unermeßliche steigen konnte, bemerkte sein Kollege, daß Herrn Holthöfer etwas Entscheidendes fehlen würde, nämlich das Lenkrad.

So verging die Zeit mit Plaudereien und Geschichtchen. Nach vielen Stunden kamen wir zum Punkt. Der Kaufvertrag für den Honda Beat (PP1) wurde aufgesetzt und unterschrieben und ein Termin für die Abholung vereinbart. Endlich konnte ich glücklich mit dem Kaufvertrag in der Tasche den Verkaufsraum verlassen.

Auf der Türschwelle begegnete mir ein Mann, den ich hinter mir Herrn Holthöfer noch fragen hörte: „Sie verkaufen einen Beat?“

„Dort geht der Käufer.“

Glück gehabt! Aber beim Autohaus Holthöfer darf ich mich nur noch inkognito blicken lassen, weil mich sonst drei Damen angiften: Frau Holthöfer, ihre Tochter und ihre Schwiegertochter.

Einige Tage später wurde der Honda Beat (PP1) in Neheim-Hüsten abgeholt und nach Hause verfrachtet. Am darauf folgenden Tag ging’s zum Straßenverkehrsamt, um ihn auf meinen Namen umzumelden. Wie zu erwarten war, gab es ein Problem. Der Platz für das hintere Nummernschild (340 x 160 mm) besitzt etwa die Größe eines Motorrad-Nummernschildes. Daher mußte ich mit einem besonders „schmalen“ polizeilichen Kennzeichen versehen werden. Welche mit nur einem Buchstaben und einer Ziffer waren nicht mehr zu haben und so wurde spekuliert, welche Buchstabenkombination wohl besonders „schmal“ ausfallen würde und von der dann auch noch eine einziffrige Zahl zur Verfügung stand. Selbstverständlich erhielt ich schon die Erlaubnis, auf die schmale Variante der Buchstaben zurückgreifen zu dürfen. Nach langem Suchen wurde eine Kombination gefunden. Freudestrahlend, weil die Dame vom Amt mir keine Zusatzgebühren wegen eines Wunschkennzeichens berechnete, ging ich zur Schildermacherin und ließ mir zwei Kennzeichen pressen. Als ich mit den beiden zurück ins Amt kam, wurde ich abgewiesen. Das vordere Kennzeichen sei wie ein „normales“ deutsches Kennzeichen auszuführen. Ich hielt allerdings zwei „japanische“ in den Händen. Kein Pardon! Ich mußte ein weiteres Kennzeichen pressen lassen. Hätte ich den Wagen ein Jahr vorher zugelassen, dann hätte ich vorn sogar noch ein aufklebbares Kennzeichen verwenden dürfen. Das wäre für die Ästhetik und die Aerodynamik viel besser gewesen.

Den nächsten „Kampf“ focht ich mit meiner Versicherung aus. In der Rückschau muß ich feststellen, daß ich für jeden mit dem Honda Beat (PP1) gefahrenen Kilometer einen Euro an Versicherungsgebühr bezahlt habe. Ganz schön teuer, dieses kleine Auto.

Aber er ist es wert!

Obwohl die beste Ehefrau von allen nur ungern mit in diesem Auto mitfährt (sie hat es nicht einen Meter selbst gefahren!), weil es ihr zuviel Aufmerksamkeit erregt, haben wir bei schönstem Wetter einige gemeinsame Spazierfahrten unternommen. Allerdings war es der besten Ehefrau von allen stets peinlich, wenn die Reifen quietschten. Und das tun sie nach ihrer Aussage bereits im Stand!

Der Honda Beat (PP1) ist eben ein Mittelmotor-Fahrzeug mit fast idealer Gewichtsverteilung. Das Gokart-Feeling stellt sich beim Fahren sofort ein. Jede schnell gefahrene Kurve wird mit einem ordentlichen Four-wheel-drift quittiert. Quietschen inbegriffen! Mich belästigt das nicht.

Mehrfach führten uns solche Spazierfahrten zum nahen Möhnesee. Dieser wunderschön gelegene Stausee kann nämlich vollständig mit dem Auto oder Motorrad umrundet werden. An den Straßenrändern befinden sich zahlreiche Ausflugslokale, vor denen das Fahrzeug unmittelbar neben dem Gartenstuhl des Biergartens geparkt werden kann. Den Honda Beat (PP1) lasse ich nämlich nie aus den Augen. Sitz man nicht herinnen, so wird er überall angegrapscht und es haben sogar schon Leute versucht, einzusteigen. Sind wir denn auf einer Automobil-Ausstellung?

Bei schönem Wetter ist der Möhnesee ein beliebtes Ausflugsziel vor allem für Cabriolet- und Motorrad-Fahrer, denn Sonne und eine kurvenreiche Strecke laden ein. Erinnern kann ich mich an eine Spazierfahrt, als der Fahrer eines Porsche 911 Cabriolet durch kurze Gasstöße verzweifelt versuchte, die Aufmerksamkeit auf sich zu lenken, während wir nebeneinander an einer Ampel standen. Es gelang ihm nicht, denn wir, die beste Ehefrau von allen und ich, wurden von Passanten angesprochen, um welches hübsche Auto es sich denn handeln würde. Der Honda Beat (PP1) ist eben in Deutschland nicht bekannt und da meiner keine auffällige „Kriegsbemalung“ trägt, rätseln viele Interessierte, aus welchem Hause solch ein schmuckes Gefährt stammen könnte. Porsche 911 Cabriolet sind dagegen bekannt und an schönen Sonntag-Nachmittagen rund um den Möhnesee nicht gerade selten.

Die beste Ehefrau von allen ist schon seit Jahren nicht mehr mitgefahren, weil sie den Zug nicht wirklich vertragen kann. An meinen Cabriolets gibt es kein Windschott und die Seitenfenster befinden sich stets dort, wo sie hin gehören, IN den Türen. Und beim Honda Beat (PP1) kommt hinzu, daß die unvermeidlich quietschenden Reifen ihr peinlich sind. Deshalb habe ich mir ein lebensgroßes Kuscheltier als Beifahrer ausgewählt, das mich bis 2002 während der Spazierfahrten begleitete. Danach stieg Muffel liebend gern ein. Er genoß den Fahrtwind um die Ohren wie kein anderer.

Lange bevor Muffel ins Haus kam habe ich eine gleich in mehrfacher Hinsicht denkwürdige Rundreise um die Müritz unternommen. Es war mitten im Sommer, an einem schönen Sonntag. Früh morgens um 7:00 Uhr machte ich mich mit etwas Proviant allein auf den Weg, denn solche Verrücktheiten, wie ich sie geplant hatte, sind nichts für die beste Ehefrau von allen. Außerdem hoffte ich, an unserem Standort an der Müritz den damals zwölfjährigen Sohn einer dortigen Nachbarin zu treffen, der autobegeistert war und selbstverständlich gern einmal mit dem Honda Beat (PP1) mitgefahren wäre, von dem ich ihm schon soviel vorgeschwärmt hatte.

Bis dahin waren Strecken von rund 100 km Länge die längsten Fahrten mit dem Honda Beat (PP1) gewesen, deshalb wußte ich gar nicht, wie viele Kilometer ich mit einer Tankfüllung zurück legen konnte. Daher lautete die Losung für die Fahrt: An jeder offenen Tankstelle nachtanken. Häufige Unterbrechungen der Spazierfahrt waren somit sicher. Das Wetter versprach ausnahmsweise den ganzen Tag über gut, sprich ohne Regen, zu bleiben. Zusätzlich zu den Tankstops wurde einmal Rast gemacht in Pretzier beim Eisbären zum Eis „tanken“.

Ich vermied die Autobahn und schlug mich über Bundes- und Landstraßen nach Meck-Pomm durch. Das ist dem Honda Beat (PP1) angemessener. Ich besitze einen Beweis für diese Fahrt. Kurz vor Wittstock an der Dosse, einer wunderschönen Stadt mit herrlichen alten Backstein-Bauten, war für mich neu im vorgelagerten Gewerbegebiet in der 70-Zone ein Blitzkasten aufgebaut worden. Ich war zu schnell und habe es überhaupt nicht bemerkt. Wochen später erhielt ich entsprechende Post.

Diese Strafe habe ich gern gezahlt. Der Grund sind die pflichtgetreuen deutschen Beamten. Bekanntlich sind auf den „unfreiwilligen Paßfotos“, die einem bei solchen Gelegenheiten ins Haus flattern, Personen auf der Beifahrerseite zu schwärzen, nachdem ein Schnellfahrer nicht mit seiner Ehefrau, sondern mit seiner Geliebten erwischt worden war und es zur Scheidung kam, weil die Post von der Ehefrau geöffnet worden war. Ich erhielt daher ein Foto ohne Fahrer.

Cabrio-Fahren macht nicht nur im Sommer Freude – jedenfalls mir. Verspricht es trocken zu bleiben und scheint die Sonne und sind keine wichtigen Arbeiten zu erledigen, dann nehme ich ein Cabrio und unternehme eine Spazierfahrt. Im Winter, vor allem wenn das Thermometer unter Null zeigt, dann suche ich die warme Strickjacke, die mir meine Tante vor vielen, vielen Jahren als Ersatz für die Popo-Heizung für meinen Audi 50 LS schenkte, denn sie hält nicht nur warm, sondern besitzt auch einen hohen Kragen, der einen Schal ersetzt. Wärmende Handschuhe sind bei meinen kalten Händen Pflicht und dann geht’s los. Ich besaß den Honda Beat (PP1) noch nicht lange, als mein Arbeitskollege im Landesinstitut für Schule und Weiterbildung mich an einem Montag morgen mitten im Winter mit einer Geschichte begrüßte. Er war mit seiner Familie am sonnigen Sonntag zum Wandern in den Arnsberger Wald gefahren. Auf dem Rückweg erspähte seine Frau ihnen entgegen kommend ein offenes Cabriolet bei minus fünf Grad:

„Guck Dir mal den Verrückten an. Fährt bei diesen Temperaturen offen.“

„Den Verrückten kennen wir sogar!“

Nachdem Muffel Verstärkung erhalten hatte, wurde es eng im Honda Beat (PP1), schließlich ist es ein kompromißloser Zweisitzer. Nunu beanspruchte aber gar keinen Platz auf dem Beifahrersitz. Sie sitzt viel lieber auf meinem Schoß, um besser nach draußen sehen zu können. Daß sie dabei mit ihrem zwar kleinen Kopf direkt in meinem Blickfeld sitzt und ich geradeaus nichts mehr sehen kann, das stört sie gar nicht, Hauptsache sie kann alles beobachten und lautstark mit passierenden Hunden Kontakt aufnehmen und ihrer Meinung nach sich falsch verhaltende Fußgänger oder Fahrrad-Fahrer ausschimpfen.

Bis zum Jahre 2006, als ich den Honda Beat (PP1) abmeldete, habe ich mit dem Wagen rund 4.000 km zurück gelegt. Viel zu wenige! Aber – wie schon erwähnt – habe ich Angst um das Fahrzeug, wenn ich es irgendwo am Straßenrand parken muß.

Und während der Fahrt ergeht es mir nicht anders. Der Grund ist eine Ausfahrt im Teutoburger Wald mit einem Beinahe-Crash. Ich bewegte das agile Gefährt im Rahmen seiner und meiner Möglichkeiten zügig durch die bergige Gegend, als mir eine Horde junger Leute mit ihren Allerwelts-möchte-gern-Sportwagen entgegen kam. Die Truppe bog einer nach dem anderen von mir aus betrachtet nach rechts auf eine Wiese ab, um dort wer weiß was mit den juchzenden und aus den geöffneten Seitenscheiben oder Schiebedächern winkenden Beifahrerinnen zu machen. Ihr Abbiegepunkt befand sich auf dem Scheitelpunkt eines Hügels, den ich gerade hoch fuhr. Einer der Jungs meinte, noch vor mir abbiegen zu können und stand plötzlich quer vor mir auf der Straße. Da der verbleibende Konvoi die linke Fahrspur blockierte, stand mir kein Platz zum Ausweichen zur Verfügung. Gut, daß der Honda Beat (PP1) eine moderne Bremsanlage besitzt! Dieses Ereignis machte mich sehr nachdenklich und sorgte dafür, daß die Ausfahrten mit dem schicken, kleinen Cabriolet ständig weniger wurden. Seit dem steht es eigentlich nur in meiner Halle rum und wurde nur sehr, sehr selten mit der roten Nummer bewegt. Schade.

Heute hat sich jedoch etwas getan. Hans (@HR) kam vorbei und brachte mir den von mir gewünschten Gepäckträger. Er benötigt den nicht mehr auf seinem Beat und ich habe sofort zugeschlagen und ihn gekauft. In Japan bekommt mann solch einen Gepäckträger zwar häufiger bei Yahoo, aber dann üblicherweise mit Deckel dran und dann wird die Fracht so teuer.


Charlie kontrolliert sicherheitshalber, ob auch alles in Ordnung is.

Nun fehlen mir nur noch die Honda Alus von den Beat-Prospekten. Auf das originale Radio lege ich keinen Wert, weil es ja kaum deutsche Sender spielen kann.


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zuletzt bearbeitet 24.05.2016 | Top

RE: Midship Amusement - mein Beat

#2 von Wendelin , 24.05.2016 23:01

Allerliebst.

Ein Beitrag, voll nach meinem Geschmack. Dankeschön dafür, Karlheinz.
Wann wirst du denn mal wieder mit dem Winzling fahren?


Nur Geduld, mit der Zeit wird aus Gras Milch.


 
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RE: Midship Amusement - mein Beat

#3 von Jazzydriver92 , 24.05.2016 23:06

Ein sehr toll geschriebener Beitrag, bei dem man merkt wie viel Liebe darin steckt. Ich würde mich eventuell auch gleich als Beifahrer anmelden. Da die beste Ehefrau ja nicht mitfährt.


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RE: Midship Amusement - mein Beat

#4 von Märchenonkel , 24.05.2016 23:15

Moin,

Klasse! Ein Honda-Roman! Vielen Dank für die Abendlektüre.
Die Angst, dass der Geliebte Wagen in einen Unfall verwickelt wird, ist sehr verbreitet, denke ich. Andererseits sind's ja doch am Ende Fahrzeuge und in so tollem Zustand sind es sogar Freudebereiter. Ich denke manchmal, man sollte sie einfach fahren fahren fahren - auch wenn sie ein bisschen drunter leiden, denn dafür sind sie schließlich gebaut worden. Sie ewig in der Garage zu lassen: da kann man eigentlich auch ein Foto ins Wohnzimmer hängen. Oder? Was meint ihr?


 
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RE: Midship Amusement - mein Beat

#5 von Holly , 25.05.2016 11:24

Hast du sehr schön geschrieben.
Die Angst das die einer in den Beat brettert kann ich nachvollziehen.
Ich hatte auch so ein Aha Erlebniss mit dem Prelude bei einem Treffen.
Mann muß doppelt und dreifach mit selten Autos aufpassen .
Auch wen es Serienjapaner sind, finde mal die Ersatzteile.


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RE: Midship Amusement - mein Beat

#6 von HR , 25.05.2016 17:31

Tolle Geschichte. Aber noch besser, dass wir uns gestern mal persönlich kennen gelernt haben und dass ich Deinen Beat sehen konnte. Klar ist immer das Risiko eines Unfalls da, aber ohne fahren geht (zumindest bei mir) nicht.


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RE: Midship Amusement - mein Beat

#7 von Jazzydriver92 , 25.05.2016 17:34

@krb ist dein Beat denn Fahrbereit?


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RE: Midship Amusement - mein Beat

#8 von krb , 25.05.2016 19:05

Nein. Die ECU hat sich gemeldet. Die muß ausgelesen werden und wahrscheinlich der Oxygensensor ausgetauscht werden.


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